Runder Tisch in Neuruppin

31.05.2017 CJD Berlin-Brandenburg « zur Übersicht

Am 31. Mai 2017 luden die Mitarbeitenden im Projekt Haftvermeidung durch soziale Integration zum ersten Runden Tisch in diesem Jahr.
 
Zum Thema „Reintegration von Straffälligen mit multiplen Problematiken in ihrer aktuellen Lebenssituation“, wurde im Tagungsraum des Gutshofes der Lebensräume gGmbH angeregt diskutiert sowie Erfahrungen, Informationen und Praxistipps ausgetauscht.
 
Die dort ansässige Wohnstätte ist eine vollstationäre Einrichtung mit interner oder externer Tagesstruktur für psychisch kranke erwachsene Menschen. Der Einladung waren Netzwerk- und Kooperationspartner des Projektes Haftvermeidung durch soziale Integration gefolgt. Ebenso waren Sozialarbeiterinnen der Justizvollzugsanstalt Wulkow und Vertreter des Jobcenters Ostprignitz-Ruppin zu Gast.

In der Gesprächsrunde wurde über die multiplen Probleme straffälliger Klienten diskutiert und mögliche Wege aufgezeigt, wie soziale, pädagogische und therapeutische Hilfen angeschoben werden und durch ein Netzwerk von verschiedenen Angeboten auch passgenau greifen.

Ganz oben auf der Problemrangliste steht die oft akute Wohnproblematik, welche sich auf die Integration in Arbeit, Praktika oder Ausbildungsplätze auswirkt. Ohne  Wohnung ist die Aussicht auf eine Integration in den Arbeitsmarkt verschwindend gering. Geeignete Wohnformen, die einen Übergang zurück in das Leben ermöglichen, sind für Klienten aus dem Strafvollzug schwer zu finden. Zugangsvoraussetzungen für stationäre Einrichtungen werden weitestgehend nicht erfüllt und Anbieter von Wohnraum sehen nach der erfolgten Selbst- und Schufaauskunft von einer Vermietung ab. Gibt es für die Klienten keine Möglichkeit vorübergehend bei Verwandten oder Freunden „unterzukommen“ bleibt der Weg ins Obdachlosenheim. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, wobei die kommunale Verantwortung nicht außer Acht gelassen werden kann und eine Kommunikation mit Erfolgen für die Klienten gewünscht wird.

Von allen Gästen wurde bekräftigt, dass eine gute Zusammenarbeit zwischen Kosten- und Leistungsträgern sehr wichtig ist und ohne Transparenz sowie ohne ein Hand-in-Hand-Arbeiten viele Klienten durch ein Netz fallen und eine wiederholte Straffälligkeit vorprogrammiert ist.
 
Der nächste Runde Tisch zu diesem Thema findet im November diesen Jahres statt.

Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg.

Sandra Arndt
Mitarbeiterin HSI
Haftvermeidung durch soziale Integration
„Arbeit statt Strafe“