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Arbeit statt Strafe – Geldstrafenschuldner unterstützen Willkommenstafel für Flüchtlinge in Perleberg

10.12.2015 CJD Berlin-Brandenburg « zur Übersicht

CJD Berlin-Brandenburg, Perleberg

Die Initiative Prignitzer Frauenforum lud am 17. Oktober 2015 dazu ein, Flüchtlinge mit einer Tafel aus Speisen und Getränken willkommen zu heißen. Das Team des Projektes „Haftvermeidung durch soziale Integration“ (HSI) im CJD Berlin-Brandenburg in Perleberg war mit zwei Geldstrafenschuldnern vor Ort und leistete tatkräftige Unterstützung.

Maik D. und Patrick K. aus Wittenberge überlegten nicht lange und sagten der Anfrage zur Teilnahme an der Willkommenstafel von Projektleiterin Andrea Wetzlmair zu. Beide leisteten die ihnen auferlegten Stunden im Schaugarten der Prignitzer Tafel e.V. in Wittenberge ab und fanden, nach anfänglichen Startschwierigkeiten, wie nicht vorhandener Motivation, Unpünktlichkeit oder mangelnder Sozialkompetenzen, ihren Rhythmus und einen Platz im Team der Ableistungsstelle.

Durch motivierende Gespräche mit den Mitarbeitenden im Team des Projektes HSI und der gelegentlich notwendigen Hartnäckigkeit ist es gelungen, bei den Klienten ein wenig Sozialkompetenz und Verantwortungsbewusstsein zu fördern, ein wenig Struktur in ihr Leben zu bringen und sie letztlich für die freiwillige Teilnahme und die Unterstützung der Willkommenstafel zu gewinnen. Bereits zum Aufbau der Möbel und der Technik waren Maik D. und Patrick K. vor Ort und halfen bei den Vorbereitungen, die beiden sichtlich Spaß machten. Hier waren sie einmal nicht die Straftäter, die Stunden ableisten müssen, sondern freiwillige Unterstützer und Helfer derer, die als Randgruppen in Deutschland gestrandet sind und mit vielen Anfeindungen und Vorurteilen zu kämpfen haben. Ein Gefühl, das beide Klienten nur zu gut kannten, so gingen beide offen auf die Gäste zu, als die Tafel dann eröffnet wurde. Von Berührungsängsten keine Spur, nahmen Maik D. und Patrick K. Kontakt zu den Flüchtlingen auf und versuchten mit Händen und Füßen zu kommunizieren. An diesem Nachmittag zeigte sich einmal mehr, dass Mauern in den Köpfen und Vorurteile zu überwinden sind und die Klienten im Projekt HSI waren einmal nicht Klienten, sondern Unterstützer für einen guten Zweck.

Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg. Telefonisch erreichen Sie die Mitarbeitenden des Projektes Haftvermeidung durch soziale Integration unter der Rufnummer 0 38 76 / 78 34-28.