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Ausstellung über das Projekt Haftvermeidung durch soziale Integration in der Kreisverwaltung Prignitz

13.03.2019 CJD Berlin-Brandenburg « zur Übersicht

Eine bemerkenswerte und nicht alltägliche Wanderausstellung ist seit Dienstag im Foyer der Kreisverwaltung in Perleberg zu sehen. „Arbeit statt Strafe“ lautet der Titel, der das Projekt Haftvermeidung durch soziale Integration (HSI) vorstellt.

Es geht um die  Integration von Straffälligen, Haftentlassenen und Haftgefährdeten. Zielgruppen sind Jugendliche und Erwachsene, deren Haftentlassung bevorsteht oder die bereits entlassen sind, Personen, die bereit sind, eine Geldstrafe abzuarbeiten und kriminell gefährdete Jugendliche, die mit Freiheitsentzug zu rechnen haben. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Vermittlung in Arbeit und Beschäftigung und dem Verhindern von Rückfällen.

„Im Projektfeld ‚Arbeit statt Strafe‘ werden im Landgerichtsbezirk Neuruppin jedes Jahr ca. 660 Klient*innen, die vom Gericht eine Geldstrafe verhängt bekommen haben, beraten und betreut“, erläuterte Andrea Lind-Wetzlmair vom Projektträger CJD Berlin-Brandenburg. Wer wirtschaftlich nicht in der Lage ist, diese Geldstrafe zu zahlen, hat die Möglichkeit, diese Strafe durch gemeinnützige Arbeit abzuleisten.

Um diese Aufgabe erfolgreich umzusetzen, ist ein Netzwerk von sogenannten Beschäftigungsstellen notwendig, das sind soziale Einrichtungen und Vereine. In der Prignitz haben sich etwa 50 Betreuungsstellen dieser sozialen Verantwortung gestellt, weiß die Projektleiterin. Seit 13 Jahren engagiert sich hier zum Beispiel der Boxsportverein Veritas. Seitdem haben 60 Klienten die Chance auf Ableistung ihrer sozialen Stunden dort in Wittenberge wahrgenommen, informiert Vereinsvorsitzender Mike Balzuweit.  Eine der 10 Tafeln gibt Auskunft über diese engagierte Tätigkeit, für die es keine Vergütung gibt.

„Gut, dass dieses Exposition übe diese ehrenamtliche Engagement informiert und damit würdigt“, sagte Landrat Torsten Uhe. Durch diese motivierende Arbeit in den Betreuungsstellen sei es möglich, die Zahl der Straftaten zu reduzieren und die Integrationschancen für Straffällige oder Haftgefährdete zu verbessern, so Uhe.
Die Wanderausstellung ist bis Mitte Mai  im Foyer der Kreisverwaltung in der Berliner Straße 49 in Perleberg zu besichtigen.

Das Projekt Haftvermeidung durch Integration wird gefördert durch das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg.