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Ins Berufsleben reingeschnuppert

29.04.2019 CJD Berlin-Brandenburg « zur Übersicht

Die Perleberger Schülerin Chantal Sophie Britz absolvierte ein Praktikum beim Projekt "Haftvermeidung durch soziale Integration". Welche wichtigen Dinge sie dabei lernte und welche zum Teil überraschenden Eindrücke sie gewonnen hat, berichtet sie hier:

In den ersten beiden Aprilwochen dieses Jahres absolvierte ich, wie viele andere Perleberger Schüler, in Prignitzer Unternehmen mein Praktikum. Da ich nach der Schule gerne einen Berufsweg einschlagen möchte, der etwas mit sozialer Arbeit zu tun hat, entschied ich mich, mein Schülerpraktikum im CJD Berlin-Brandenburg zu machen. Im Projektfeld Arbeit statt Strafe durfte ich einen Einblick in die Arbeit mit straffälligen Menschen erlangen.

Im Projekt Haftvermeidung durch soziale Integration, speziell dem Projektfeld „Arbeit statt Strafe“ konnte ich erfahren, dass Personen, die zu einer Geldstrafe verurteilt sind, diese aber nicht zahlen können, einen Antrag auf freie Arbeit stellen können. Dabei werden sie von den Kolleginnen im CJD Berlin-Brandenburg unterstützt und begleitet. Die freie Arbeit oder auch Ableistung von Sozialstunden erfolgt in gemeinnützigen Vereinen oder öffentlichen Organisationen, diese werden auch regelmäßig von den Mitarbeitenden des Projektes besucht. Das Team des Projektes leistet ebenso aufsuchende soziale Arbeit bei den Straffälligen, um Problemlagen zu klären und den Menschen hinter der Akte kennen zu lernen und besser unterstützen zu können.

Während meines Praktikums hatte ich das Glück, eine dieser Hausbesuchstouren miterleben zu dürfen. Diese führte aus der Prignitz bis an die Oder nach Schwedt, Angermünde und Prenzlau. Bei den Gesprächen durfte ich als Zuhörer und Beobachter dabei sein und habe eine Menge Eindrücke gesammelt, die sehr beeindruckend für mich waren. Ich war sehr betroffen, wie nah Arbeitslosigkeit, Sucht und Straffälligkeit beieinander liegen und das Leben der Menschen beeinträchtigen. Unsaubere Wohnungen, mangelnde Körperhygiene und eine schlechte Allgemeinbildung sind nur einige der Missstände, die sofort beim Hausbesuch erkennbar waren.

Einige Klienten, so werden die zu Betreuenden im Projekt genannt, waren sehr dankbar über die Unterstützung, die sie erhalten. Andere wiederum schienen nicht wirklich zu erkennen, welche Chance sie erhalten, indem sie kein Geld zahlen müssen, sondern diese Strafe abarbeiten dürfen.

Die soziale Arbeit mit Straffälligen ist eine Herausforderung, bei der auf viele Problemlagen der Menschen eingegangen werden muss, um einen Weg aus der schwierigen sozialen Lage aufzeigen zu können und zu unterstützen.

Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg. Telefonisch erreichen Sie die Mitarbeitenden des Projektes Haftvermeidung durch soziale Integration unter der Rufnummer 03876 78 34 28 sowie Mobil unter 0173 74 58 26 2.

Chantal Sophie Britz, Schülerin am Gottfried-Arnold-Gymnasium Perleberg und Praktikantin HSI
Haftvermeidung durch soziale Integration
„Arbeit statt Strafe“