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Integration mal anders im CJD Berlin-Brandenburg

21.01.2016 CJD Berlin-Brandenburg « zur Übersicht

Ahmed ist 17 Jahre alt und kommt aus Syrien. Sein Bruder ist im Libanon, um dort zu arbeiten, die anderen Familienmitglieder irgendwo in der Türkei. Ein Schicksal, das er mit vielen anderen Flüchtlingen teilt, ohne Eltern in einem fremden Land.

Im Herbst 2015 kam Ahmed nach Perleberg zum CJD Berlin-Brandenburg, genauer gesagt in das Wohncamp Campino, eine Wohneinrichtung der Abteilung Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Mit 10 anderen Jugendlichen aus Syrien lernt er an 5 Tagen in der Woche in einem Einstiegskurs die deutsche Sprache. Der Einstiegskurs wird durch die Abteilung berufliche Bildung umgesetzt.

Ahmed ist intelligent und interessiert an dem was er von Betreuern und Dozenten vermittelt bekommt, er möchte viel lernen. Genau aus diesem Grund sitzt Ahmed auch in der vergangenen Woche beim Team „Haftvermeidung durch soziale Integration“ (HSI) am Tisch. Eine kleine Herausforderung wartet auf alle Beteiligten. Informationen zum Projekt Haftvermeidung durch soziale Integration sollen in die arabische Sprache übersetzt werden. Gemeinsam mit seinem Übersetzer, Ahmed Zdaou, und den Kollegen vom Team  HSI machten sich alle ans Werk. Die Inhalte der Flyer aus dem Projekt HSI sollen künftig für Klienten zugänglich und verständlich sein, die aus Ländern stammen in denen arabisch gesprochen und geschrieben wird.

Während die Köpfe über den Flyern zusammen steckten, gab es dann immer wieder Nachfragen von Ahmed, er wollte nicht nur übersetzen sondern den Inhalt auch verstehen, was beim Team HSI mit Freude aufgenommen wurde. Mit der Übersetzung konnte die Hilfe einmal umgekehrt praktiziert werden, was das HSI Team vom CJD Berlin-Brandenburg gern annahm. Hier zeigt sich, dass nach dem Willkommen und Ankommen in unserem Land, junge Menschen aus anderen Kulturen und Religionen eine Bereicherung sind und selbst etwas von ihrem eigenen Wissen und Können weitergeben. Ahmed wird nicht das letzte Mal mit seinen Kenntnissen weiter geholfen haben, darin waren sich alle Beteiligten einig. Mit dieser vermeintlich kleinen Sache hat sich im CJD Berlin-Brandenburg am Standort Perleberg wieder eine beispielhafte projekt- und bereichsübergreifende Zusammenarbeit gezeigt, bei der verschiedene Bereiche nicht nur miteinander arbeiten sondern auch voneinander lernen.

Das Projekt Haftvermeidung durch soziale Integration wird gefördert durch das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg.


Sandra Arndt
Mitarbeiterin HSI
Haftvermeidung durch soziale Integration
„Arbeit statt Strafe“