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Unsere neue Holzwerkstatt - jetzt wird gehobelt!

11.02.2021 CJD Berlin-Brandenburg « zur Übersicht

Im Januar haben wir in unserer Wohnstätte in Seefeld für Menschen mit Autismus eine neue Holzwerkstatt eröffnet. In diesem Artikel erzählen Heike Zobich und Petra Meier-Heß, warum der „Hobelschuppen“ ein schönes und wichtiges Projekt ist und wie er nun das Leben in der Wohnstätte bereichert.

Der Name „Hobelschuppen“ lag nahe, denn die Werkstatt ist aus dem Abstellschuppen des ehemaligen Carports entstanden. Mit viel Herzblut und Eigenleistung wurde das Projekt von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Wohnstätte entwickelt und gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern umgesetzt.

Für die uns anvertrauten Menschen ist es nicht selbstverständlich, einer geregelten Arbeit nachzugehen. Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer und Leistungsbereitschaft sind stark von ihrer individuellen Tagesform abhängig. Dennoch wollen wir im Rahmen der internen Tagesstruktur jedem eine Beschäftigungsmöglichkeit bieten, die seinen Interessen und Ressourcen entspricht.  Die Arbeit ist ergebnisorientiert und sinnstiftend, um Eigenwirksamkeit erlebbar zu machen und das Selbstwertgefühl zu stärken.

An die Werkstatt grenzt der Förder- und Beschäftigungsbereich (FBB). Dort gibt es weitere Arbeitsangebote und gleichermaßen Rückzugsmöglichkeiten zur individuellen Pausengestaltung.

Im Küchenbereich des FBBs wird die Obst- und Kaffeepause vorbereitet. Des Weiteren wird dort Kuchen gebacken, die Ernte aus dem eigenem Garten verarbeitet und das Mittagessen für die Wochenenden gekocht. Jeder Arbeitsschritt ist wichtig und jede noch so kleine Beteiligung erfährt Wertschätzung.

Die interne Tagesstruktur hat eine hohe Bedeutung für die Menschen, die wir betreuen. Im geschützten Rahmen und in Anbindung an feste Bezugspersonen können sie dort ihre Fähigkeiten trainieren und weitere Entwicklungschancen nutzen. Gleichermaßen bietet ein geregelter Tagesablauf Orientierung und trägt somit zur emotionalen Stabilisierung bei. Die Förderung des Wohlbefindens und eine verlässliche Befriedigung des Sicherheitsbedürfnisses nehmen einen hohen Stellenwert in unserer Arbeit ein.

Der neu entstandene „Hobelschuppen“ bietet den uns anvertrauten Menschen neue Betätigungsfelder und ist ein weiterer Baustein der konzeptionellen Weiterentwicklung unserer Wohnstätte. Die Freude darüber wollten wir gerne mit den Leserinnen und Lesern dieses Artikels teilen.

Heike Zobich
(Leitung Förder- und Beschäftigungsbereich)
Petra Meier-Heß (Sozialer Dienst)